TRÜFFEL         JÄGER

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FRIDAS GESCHICHTE

 

Meine erste große Reise, die ich in meinem kurzen, bisherigen Lagotto-Leben mit Papa machte, ging nach Frankreich in die Provence. Papa meinte, auch ein kleines Lagotto-Baby – ich war gerade mal neun Monate alt – kann schon Trüffel finden. Was soll ich sagen, recht hat er gehabt! Aber gut, jetzt mal von Anfang an...

 

Papa erzählte all seinen Freunden, was für ein toller Hund ich wohl sei und dass ich Trüffel finden kann. Die meisten haben Papa beschmunzelt. Natürlich nett! Sie kennen ihn ja, wie durchgeknallt er manchmal ist. Aber er ist bei solchen Dingen immer eisern! Und so fasste er den Entschluss: "Frida, wir fahren nach Südfrankreich, um den Beweis anzutreten, dass du eine Trüffelnase hast".  Dabei lachte er in sich rein, was immer das heißen sollte...

 

Es war Anfang März und gerade noch Wintertrüffelzeit in der Provence., und Papa meinte, "Das ist unsere Zeit!". Er buchte ein Haus mitten im Wald, auf 1.000 m Höhe am Mount Ventoux, und schon ging es los. Eine laaange Fahrt.

 

 

Dort angekommen... die Vaucluse, ein Traum von einem Stückchen Erde! Ich sah eine beeindruckende Landschaft aus schroffen Kalkfelsen, tiefen Schluchten und Wäldern mit immergrünen Bäumen, die ich aus meiner Heimat nicht kannte. Vieles war anders als gewohnt und erst die Düfte... einfach wunderbar. Schon am ersten Morgen nach unserer Ankunft bewaffnete sich Papa mit Spitzhacke und Kamera. Trüffelsuche war angesagt!

 

Wenn ihr meine Videos anguckt, könnt ihr mir bei meiner ersten erfolgreichen Trüffeljagd über die Schultern schauen und meine Supernase bewundern. Naja, ein klein wenig Hummelschummel war dabei... Papa hatte nämlich auf der Reise zu unserem Urlaubsquartier mal in einem kleinen Dorf namens Richerenches Rast gemacht, und dort war gerade Trüffelmarkt, der berühmteste in Frankreich. Wau! Dort kaufte er einige klitzekleine (sonst wäre ja die Urlaubskasse gleich platt) Trüffelchen. Die hat er dann heimlich im Wald versteckt...

 

So, und nun verrate ich euch mal ein Geheimnis! Papa hat nämlich ein Zauberwort! Nicht so`n Quatsch wie "Abrakadabra, alle Tartufos kommt zu mir", oder so... nein,  er sagt ganz leise: „Frida, Trüffelschnüffel! Frida, such!“. Dann wird alles um mich herum gaaanz spannend. Ich schalte mein Lagotto-Riechorgan auf „Super +++“, und der Erdboden wird wie ein Nasenmagnet. Naja, hab die Trüffel schnurstracks gefunden und (fast) alle dem Papa zurückgegeben. Sind aber auch zu lecker, diese schwarzen Knollen!

 

Am nächsten Tag besuchten wir das Trüffelmuseum in Monieux. Papa hatte sich zu Hause schon informiert, dass über das Museum Trüffelsuchtouren organisiert werden. Da wollte ich mitmachen und mal meine „spezialnasigen Kollegen“ kennenlernen. Angekommen im Museum musste Papa erfahren, dass die Wintertrüffelsaison (tuber melanosporum und tuber brumale) vorbei sei. Nach Auskunft der Museumstante, die sehr nett war und ein wenig deutsch sprach, wäre es dieses Jahr zu zeitig warm geworden. Also, nix mehr mit schwarzen Trüffeln, und die weißen Frühlingstrüffel kämen erst in vier Wochen. Ich sah einen Trüffeljäger mit hängenden Schultern. Sein Traum zersprang...!

 

Aber: Er hatte die Rechnung ohne mich gemacht... natürlich! An diesem Tag war nicht mehr viel los mit Papa. Verständlich, denke ich, hatte er sich doch extra eine Trüffelausrüstung zugelegt in der Hoffnung, sie auch einzuweihen. Am nächsten Tag – Papa wäre nicht Papa mit seinem Dickkopf – ging es in den Wald, voller Hoffnung. Ein Traum von einem Tag! Sonne satt! Ein Blick über die zerklüfteten Berge, die sich mit grüngefleckten Tälern abwechselten. Eine ungewöhnliche Landschaft, es war ja eigentlich noch Winter! Da kann man schnell ins Träumen kommen. Aber Papa holte mich schnell zurück mit den Worten: „Frida, Trüffelsuche ist angesagt!“.

 

 

Also ging es rein in den Wald. Ich kämpfte mich durch Gestrüpp und hüpfte über die unendlich vielen großen und kleinen Steine des Waldbodens. Verflixt! Hier müssten doch Trüffel sein, wuchsen doch hier Millionen ihrer symbiotischen Freunde, die immergrünen Steineichen! Leider hatten wir an diesem warmen Vorfrühlingstag keinen Erfolg. Aber ich muss sagen, es roch überall wunderbar. So viele neue Gerüche für meine kleine Trüffelnase. Und wieder neigte sich ein herrlicher Tag dem Ende. Am nächsten Morgen wieder Sonne satt! Wir fuhren bis an einen kleinen Teich. Dem schwimmenden Federvolk musste ich erstmal zeigen, was ein echter Wasserhund so draufhat. Aber Mist, die wechselten die Richtung nach oben. Spielverderber!

 

Hinter uns ...ein Traum von einem Hang mit knorzeligen Eichen, deren Äste mit Flechten bewachsen waren. Krampfhaft hielten sie ihre verdorrten Blätter des letzten Jahres. Das ist unser Hang! „Südlage, was soll noch schiefgehen?“, dachte ich mir. Los Papa, ran an den Hang und rein in den Wald, hat er mich wirklich erhört? Ich sah schon eine ganze Weile, wie er den Hang musterte, und siehe da, schon ging es los, wieder mit den Worten: „Frida, Trüffelschnüffel!“. Nach einiger Zeit im Wald bekam ich einen verführerischen Duft in meine kleine Trüffelnase. Trüffel in der Nähe!  Schon wollte ich loslegen...

 

Aber langsam: „Da ich sie finde, möchte ich wenigstens die Hälfte abhaben!“, dachte ich mir so. Nur, wie stelle ich das an? Da Papa mich aufmerksam beobachtete, war das schwierig. Also suchte ich erstmal ein bisschen so rum, um mir was zu überlegen. Und siehe da, Papa machte auf einem Stein ne "Fuffzehn". Das war meine große Chance! Ran an die Trüffel und losgebuddelt. Ehe Papa es fassen konnte, hatte ich eine Knolle ausgewühlt und mir ein Stück abgebissen. Papa rannte los. Ein Funkeln in seinen Augen sagte mir, wie stolz er auf mich war. Er nahm mir die andere Hälfte aus dem Mund. Aber gut, ich roch da noch einen leckeren Trüffel, ein paar Meter weiter. Papa beschäftigte sich noch mit der ersten Fundstelle, da machte ich mich los, zum zweiten „Duftobjekt“ und buddelte auch diese Trüffel aus und nahm mir, brüderlich teilend, meinen Anteil.

 

 

Als er sah, dass ich schon wieder erfolgreich war, stürmte er auf mich zu. Natürlich gab ich ihm seine Hälfte ab, wie sich das für einen ehrlichen kleinen Lagotto gehört. Seine Augen strahlten, er streichelte mich und es gab leckere, luftgetrocknete Salami zu futtern. Voller Stolz gingen wir dann zum Auto. Seine Brust lief, glaube ich, einen Meter vor ihm! Es war schön, wie er sich freute. So hatten wir einen aufregenden Tag und ich meinen ersten echten Trüffelfund. Übrigens waren das weiße Frühlingstrüffel (tuber borchii). Weitere sensationelle Fotos – nicht unbedingt für die Nase, aber was fürs Auge – entstanden auf unseren Wanderungen durch die Ocker-Colorados von Rustrel und Rousillon. Papas Künstlerherz schlug höher beim Anblick so einer verrückten Farbenpracht, mitten im Wald.

 

Der Ocker, von fast Weiß über Gelb bis Dunkelrot, ist Grundstoff vieler Künstlerfarben und wurde schon vor hundert Jahren, als es noch keine „Chemiefarben“ gab, in großem Stile abgebaut. Jahrzehntelange Verwitterungen formten großartige Skulpturen, die man bei stundenlangen Spaziergängen durch die Kiefernwälder bewundern kann.

 

Ich kann allen Schnüffelnasen eine Reise in die Provence nur empfehlen, am besten außerhalb der Feriensaison. Die Leute dort sind sehr nett und hundefreundlich. Mit der Verständigung klappt es auch. Allerdings ist um die Trüffelplantagen, derer es zu Hauf in der Provence gibt, ein Bogen zu machen! Die sind privat, und man darf dort, genau wie bei uns in einen Garten, nicht eindringen!

 

Eure Lagotti Frida.

 

 

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